Shopware SEO-URL-Template erklärt: so entstehen Produkt-URLs
Das Shopware SEO-URL-Template legt fest, wie die URL jeder Produktseite aussieht. Shopware pflegt Produkt-URLs nicht einzeln, sondern rechnet sie aus einer Twig-Vorlage aus, je Verkaufskanal und Sprache. Wer die Vorlage versteht, versteht auch, warum URLs nach einer Änderung manchmal bleiben, wie sie sind, und wie alte Links per 301 erhalten bleiben. Am Ende steht, wie das Zwei-Generator-System des PIM für Shopware darauf aufbaut.
- Eine Twig-Vorlage je Seitentyp, global oder je Verkaufskanal, erzeugt die URLs aller Produkte.
- Ändert sich ein Pfad, bleibt die alte URL als Weiterleitung erhalten.
- Als manuell geändert markierte URLs überschreibt Shopwares Indexer nicht.
- Das PIM schreibt den Pfad zuerst in ein Zusatzfeld und hinterlegt dann eine Vorlage, die dieses Feld liest.
Was das SEO-URL-Template in Shopware ist
In Shopware findest du die Vorlagen unter Einstellungen → Shop → SEO. Für jeden Seitentyp, etwa Produktdetailseite und Kategorieseite, gibt es eine Vorlage, die für alle Verkaufskanäle gilt oder für einen einzelnen Kanal überschrieben wird. Die Standardvorlage für Produkte lautet:
{{ product.translated.name }}/{{ product.productNumber }}
Shopware setzt für jedes Produkt in jedem Verkaufskanal und jeder Sprache die Werte ein und speichert das Ergebnis als SEO-URL. Aus „Wanderschuh Alpin" mit der Nummer SW1001 wird so ein Pfad wie Wanderschuh-Alpin/SW1001. Weil die Vorlage Twig ist, sind auch Bedingungen möglich, etwa ein eigenes Zusatzfeld, das nur genutzt wird, wenn es gefüllt ist.
Ausgabe, Sonderzeichen und Eindeutigkeit
Shopware behandelt jede Ausgabe einer Variable als Teil eines URL-Pfads und wandelt Leer- und Sonderzeichen um. Das ist praktisch für Namen, wird aber zum Problem, wenn ein Feld bereits einen ganzen Pfad mit Schrägstrichen enthält: Die Schrägstriche würden ebenfalls umgewandelt. Für solche Felder braucht die Ausgabe den Filter |raw.
Eindeutig sein muss ein Pfad je Verkaufskanal und Sprache. Dieselbe URL in zwei verschiedenen Shops ist kein Problem. Erzeugen zwei Produkte im selben Kanal und in derselben Sprache denselben Pfad, kann nur eines ihn bekommen. Eine Vorlage, die nur den Namen ausgibt, ist deshalb bei Varianten oder gleichnamigen Artikeln riskant.
Neuindexierung, kanonische URL und 301
Je Produkt, Kanal und Sprache gibt es genau eine kanonische URL, also die aktuell gültige. Ändert sich der Pfad, etwa weil der Name oder die Vorlage geändert wurde, legt Shopware eine neue kanonische URL an und behält die alte als Eintrag, der auf die neue weiterleitet. So laufen alte Links und Suchmaschinen-Treffer nicht ins Leere.
Neu berechnet werden URLs, wenn Shopware die Produkte indexiert, zum Beispiel nach dem Speichern eines Produkts oder bei einer vollständigen Neuindexierung. Eine geänderte Vorlage wirkt sich auf bestehende Produkte deshalb erst aus, wenn sie neu indexiert werden. URLs, die als manuell geändert markiert sind, lässt der Indexer stehen. Das schützt von Hand gepflegte URLs, ist aber auch der häufigste Grund, warum eine neue Vorlage bei einzelnen Produkten scheinbar nicht greift.
Shopware SEO-URL-Template im PIM: das Zwei-Generator-System
Die Twig-Vorlage allein stößt an Grenzen, wenn URLs einen vollständigen Kategoriepfad, Variantenoptionen und saubere Übersetzungen enthalten sollen. Das PIM für Shopware teilt die Aufgabe deshalb in zwei Schritte. Beide findest du in der Konfigmatrix im Tab „SEO-URLs".
Schritt 1: URL im Zusatzfeld generieren
Ein Token-Pattern wie {mainCategoryPath}/{name}-{options} wird je Hauptartikel, Variante und Sprache aufgelöst und in das Zusatzfeld staw_pim_canonical geschrieben, auf Wunsch je Shop in ein eigenes Feld. Der Kategoriepfad folgt der SEO-Hauptkategorie des Kanals, fehlende Übersetzungen greifen auf die übergeordnete Sprache und dann auf die Systemsprache zurück. Umlaute werden umgeschrieben, doppelte Trennzeichen zusammengefasst.
Schritt 2: SEO URLs generieren mit Twig
Ein Twig-Pattern liest dieses Zusatzfeld, die Ausgabe bekommt automatisch |raw. Beim Generieren hinterlegt das PIM das Pattern je gewähltem Shop als Shopwares SEO-URL-Vorlage der Produktdetailseite und lässt die URLs über Shopwares eigenen Generator erzeugen. Weil die Vorlage danach in Shopware steht, erzeugt auch jede spätere Neuindexierung dieselben URLs. Gibt das Pattern für ein Produkt nichts aus, nimmt Shopware den Produktnamen statt eines leeren Pfads.
Optionen, Vorschau und Probelauf
Im Generierungs-Fenster wählst du Shops und Sprachen. „Alte URLs als 301 behalten" und „Nur fehlende SEO-URLs erzeugen" sind standardmäßig an, ein Reset entfernt auf Wunsch zuerst alle Produkt-URLs der Auswahl. Die Vorschau zeigt bis zu drei Beispielprodukte mit altem und neuem Pfad, der Probelauf rechnet alles durch, ohne zu schreiben, und meldet Konflikte. Der Editor prüft die Twig-Syntax laufend und warnt, wenn Token wie {name} im Twig-Pattern stehen.
Konsole und Shopware-Standard
Für große Kataloge erzeugt der Befehl staw:pim:seo:generate die URLs eines Kanals direkt auf dem Server und markiert sie als manuell geändert, damit der Indexer sie nicht überschreibt. Wer lieber einzelne URLs von Hand pflegt, schaltet „Shopware-Standard-SEO-URL verwenden" ein und bearbeitet die native URL je Produkt im PIM. Die beiden Generatoren sind dann aus.
Schritt für Schritt: Produkt-URLs mit Kategoriepfad aufbauen
- Hauptkategorien prüfen: Setze für jeden Kanal die SEO-Hauptkategorie, notfalls per Mehrfachänderung im Tab SEO.
- Token-Pattern festlegen: Trage in Schritt 1 ein Pattern wie {mainCategoryPath}/{name}-{options} ein und prüfe die Vorschau in allen Sprachen.
- Zusatzfeld füllen: Starte „URL im Zusatzfeld generieren" für die gewünschten Shops und Sprachen.
- Twig-Pattern hinterlegen: Übernimm in Schritt 2 das Canonical-Feld als Ausgabe.
- Probelauf: Lass den Lauf mit „Alte URLs als 301 behalten" probehalber rechnen und löse gemeldete Konflikte.
- Generieren: Starte „SEO URLs generieren" und prüfe einige Produktseiten in der Storefront.
Praxisfälle
- Shop-Migration: Bestehende URLs aus einem eigenen Zusatzfeld übernehmen, neue Produkte bekommen den PIM-Pfad. Die Twig-Abfrage für migrierte URLs ist als Knopf im Editor vorbereitet.
- Mehrsprachige Shops: Je Sprache eigene Pfade aus übersetzten Namen und Kategorien.
- Variantenseiten: {options} macht jede Variante mit eigener URL eindeutig.
- Kategorieumbau: Neue Pfade erzeugen, alte URLs bleiben als Weiterleitung erreichbar.
Häufige Fragen
Was ist das SEO-URL-Template in Shopware?
Eine Twig-Vorlage je Seitentyp, aus der Shopware die URLs aller Produkte oder Kategorien berechnet. Du pflegst sie unter Einstellungen → Shop → SEO, global oder je Verkaufskanal.
Warum ändern sich URLs nach einer neuen Vorlage nicht sofort?
Bestehende Produkte bekommen neue URLs erst bei der nächsten Indexierung. URLs, die als manuell geändert markiert sind, überschreibt der Indexer nicht.
Gehen alte Links verloren, wenn sich eine URL ändert?
Nein. Die alte URL bleibt als Eintrag erhalten, der auf die neue kanonische URL weiterleitet. Im PIM steuert das die Option „Alte URLs als 301 behalten".
Warum brauche ich |raw im Template?
Shopware wandelt Sonderzeichen in jeder Ausgabe um, auch Schrägstriche. Enthält ein Feld einen ganzen Pfad, verhindert |raw, dass daraus Bindestriche werden. Das PIM setzt |raw für seine Felder automatisch.
Überstehen die URLs aus dem PIM eine Neuindexierung?
Ja. Das PIM hinterlegt sein Pattern als SEO-URL-Vorlage in Shopware, eine Neuindexierung erzeugt daher dieselben URLs.
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